Faschist!

20.01.2017

Donald Trump hat wieder schlimme Sachen gesagt:

Zu lange hat eine kleine Gruppe in der Hauptstadt unseres Landes von der Regierung profitiert, und das Volk hat die Kosten getragen.

Das Establishment schützte sich selbst, aber nicht die Bürger unseres >Landes.

Im Zentrum dieser Bewegung steht die entscheidende Überzeugung, dass >die Nation da ist, um ihren Bürgern zu dienen.

Die aufgeklärte Presse läuft Sturm. Zum Beispiel Spiegel Online:

Die Unanständigkeitserklärung

Trump grenzte sich stattdessen gleich zu Beginn von der Washingtoner "Elite" ab... er beschimpfte sie…

Ich meine - nur mal so - vonwegen "Objektivität" und "verzerrtes Weltbild" - weder im Originaltext, noch im Video der Rede findet man "Beschimpfungen". Kraftausdrücke oder beleidigendes? Nö, nichts, nothing. Eine Beschuldigung? Oh ja.

Ja, die Ansage ist, dass die etablierte Elite unter Trump keine Zukunft hat und das bedeutet, er hat "Jehova" gesagt, oder? Ist das etwa der Grund, warum die liberale Welt schäumt? Fürchtet sie gemeint zu sein?


Spiegel Online:

Das ist eine Drohung

Beängstigend ist vielmehr das Ressentiment in seiner Sprache. Heute ist der Tag, an dem das Volk die Macht zurückbekommen habe - das ist eine Drohung.
Die unverhohlene Verachtung, mit der Trump über das politische Establishment schimpfte - das ist eine Drohung. Die Ankündigung, sich nicht mehr um die Verteidigung oder das Wohlergehen anderer Nationen zu scheren - das ist eine Drohung.

Wirklich? Die Macht des Volkes ist eine Drohung? Ernsthaft? Die Verachtung für Strippenzieher, Intriganten und Lobbyisten ist eine Gefahr? Für wen - die Demokratie? Nicht mehr andere Länder zu bombardieren ist also plötzlich böse, aha. Seit wann? Seit Obama den Bürgerkrieg in Syrien ignorierte? Seit den Irak-Kriegen? Dem Afganistan-Krieg? Oder seitdem die Europäer den Kosovo-Krieg mit Joschka Fischer im Alleingang verhinderten?

Nein, die aufgeklärte Presse schäumt, weil Donald Trump das gesagt hat:

Wir werden neue Straßen und Autobahnen und Brücken und Flughäfen und Tunnel und Bahnstrecken quer durch unser wunderbares Land bauen.

Spiegel Online:

Eine gesprochene Brücke ist "versöhnlich", eine echte Brücke ist eine Drohung. Aha, dann ist es also das? Der böse Mann aus Amerika kommt mit Nachfragepolitik. Keynes, doofe alte sozialdemokratische Wirtschaftspolitik. Eine Art Anti-Agenda 2010.

Es ist dieser absurde Klassenkampf, den Trump da angezettelt hat, der die Geringschätzung und Verachtung der liberalen Eliten für die Realität der durchschnittlichen Leute zutage bringt. Diese Herabsetzung ist nicht neu, aber sie wird immer mehr zum Thema. Auch bei uns. Sie ist Ausdruck eines Klassen-Bewusstseins, das keines sein darf, denn man ist ja liberal. Vorgetragene Überzeugungen, die nie einer Prüfung ausgesetzt sind. Sowas ist die größere Gefahr für unsere Demokratie als der "Faschist" Trump.

PS: Auch beiSpiegel Online

Die amerikanische Gesellschaft zerfällt

Da hat einer was verstanden, aber diese Einsicht kostet (0,39€).

Update

Und Heute Morgen kam gleich ein Anruf

Update 2

Und dann: Seltsame Botschaften in der S-Bahn aus Richtung Bartelhuden...