Eine Handarbeit

27.10.2016

Da die für den 25. Oktober in Aussicht gestellte Pressemitteilung immer noch nicht mitgeteilt wurde, bleibe ich beim bloggen.


Das Thema, das ich Heute behandeln möchte ist die "Handarbeit".


Natürlich ist mir klar, dass über "Handarbeit" zu reden bedeutet gefährliches Terrain zu betreten, denn jeder versteht darunter etwas anderes. Jemand aus der Metallverarbeitung stellt zum Beispiel sehr viel komplexere Besitzansprüche an die Deutung dieses Begriffs als sagen wir mal - ein Mann, der einfach Freude beim Anblick einer Frau empfindet, die gerade eine Handarbeit verrichtet.


Menschen, die eine Handarbeit getan haben, halten sich die Belastungen zugute, die ihr Fach an sie stellt und sie wissen genau ob sie dem Anspruch genügt haben und auf welche Weise sie dieses Ziel erreichten. So etwas macht stolz. Hinzu kommt dass in jedem denkbaren Fall der Handarbeit Geschicklichkeit, Planung und Sorgfalt eine qualifizierende Rolle spielt und zwar egal welches Material verarbeitet wird. Ob Eisen, Wolle oder sonstwas - jedes Material ist tückisch. Dennoch steigt das Ausmaß des Stolzes mit der vorgeblichen Tücke des Materials.


An dieser Stelle kommt die Frage des Werkzeugs ins Spiel. Schwieriges Material erfordert komplexeres Werkzeug, das die Arbeit zu erleichtern verspricht, dessen Erlernung und Anwendung eben diesen Vorteil aber sofort wieder zunichte machen kann, wenn die Beherrschung der Maschine schwerer ist, als der eigentliche Zweck der Maschine. Jeder, der den Vergleich zwischen einem Fahrkartenautomaten und einem Fahrkartenverkäufer kennen gelernt hat, weiß sofort was ich meine.


Die Frage wäre also, ob die Komplexität des nötigen Werkzeugs oder der zum Einsatz gebrachten Maschinen eine Sorte Handarbeit produziert, deren Ansehen höher anzusiedeln wäre, als zum Beispiel das Häkeln.


Dem würde ich nicht zustimmen und zwar aus zwei Gründen.


1.) Was für die Häklerin eine Fräse ist, ist vielleicht für den Metaller eine Masche.


2.) Der Begriff der Handarbeit bezeichnet im Allgemeinen eine manuelle Tätigkeit und rechtfertigt sich als Gütesiegel, das im Gegensatz zu industriell und maschinell hergestellten Stücken steht.


Kurz: Mehr manuell = mehr Gütesiegel.


Oder zum Beispiel… eine… Webseite wie… dieser Blog. Gehört zwar eigentlich nicht zum Thema, ich schweife ab, ich weiß, aber dieser Blog ist seit genau jetzt eine Handarbeit und rechtfertigt sein Gütesiegel nicht mehr nur durch seinem Inhalt, sondern auch mit der Methode, die bei seiner Herstellung zur Anwendung gebracht wurde.


Es kam dabei kein komplexes Werkzeug oder eine Maschine zum Einsatz, wie zum Beispiel ein Webseiten-Mach-Programm. Diese Website ist in Handarbeit entstanden! Das bedeutet, dass das verwendete Material - welches hier natürlich weder Metall noch Wolle ist, sondern HTML, CSS und Javascript - per Hand bearbeitet wurde und zwar mit der gleichen Geschicklichkeit, Planung und Sorgfalt wie eine Konstruktion aus der Sphäre des Analogen.


Der Beweis für meine Behauptung verbirgt sich hinter dem Menü-Symbol, das sich oben rechts auf dieser Seite befindet und wer nur den leisesten Zweifel an meinen Ausführungen hat, sollte unbedingt mal auf das "☰" klicken… .