Ich habe sie geschlagen

24.10.2017

Als ich Ende 2011 meinen iMac kaufte, gabs eine von diesen wunderbaren kleinen drahtlosen Tastaturen dazu. Aber das betreffende Exemplar hatte eine kleine Macke am Metallrand und war auch etwas verbogen.

Trotzdem habe ich sie behalten, denn mir war klar, dass wenn ich die kleine, deformierte Tatstaur nicht nehme, dann nimmt sie niemand und ihr Schicksal wäre besiegelt.

Ich weiß, Apple Geräte mögen es nicht, wenn man sie vermenschlicht und vielleicht ist das auch der wahre Grund, warum Siri bis Heute nicht gut funktioniert, weil sie nämlich aus ihren Kinderschuhen nie raus gekommen ist, aber - zu spät. Ich mochte die kleine Tastatur mit ihrer Macke und ich fand, sie passte zu mir.

Ein paar Jahre später begann ich ein Programm für Webdesign zu benutzen, das mich manchmal zur Verzweiflung trieb, in dem es kurz vor Fertigstellung einer langwierigen und komplizierten Arbeit einfach versagte. Und weil ich nicht verstand, was das Problem des Programms war (Bugs und CSS) und mir nicht helfen konnte, wurde ich wütend.

Ja, und dann habe ich sie geschlagen.

Die kleine Tastaur. Mit der Faust von oben auf die Tasten. Ich weiß… .

Mit der Zeit war meine kleine Tastatur nun nicht mehr nur verbogen, sondern auch schief und seit dem wackelt und klappert sie beim tippen.

Das Programm (Macaw) benutze ich seit Jahren nicht mehr und nach vielen Therapiesitzungen in einem Forum für Webdesigner, schlage ich auch meine Tastatur nicht mehr. Nachdem ich begriffen hatte, das mein Problem die Fehlerhaftigkeit des Programms war, sowie meine Angst vor dem Code, habe ich beides überwunden.

Und das ist die Qualität von Apple Produkten. Diese kleine Tastatur, deren Leben bei mir hart war und deren Los an meiner Seite nur unwesentlich besser war, als ein frühes Ende in einem Müllcontainer, hat mir trotz allem immer treu gedient. Sie hat nicht aufgegeben, hat sich nicht tot gestellt , auch nicht als warme, flüssige Schokoladencreme in sie einsickerte. Sie hat die Schläge weg gesteckt, wie Rocky Balboa.

Doch nun, plötzlich, scheint es mit ihr zuende zu gehen. Immer öfter verliert sie die Verbindung. Und bevor sie sich endgütlig abschaltet, werde ich sie Morgen ersetzen müssen. Dann kommt sie in die Schublade zu den anderen Tastaturen (die ich nicht geschlagen habe) findet dort Frieden und hat endlich Ruhe vor mir.

Das arme Ding.


Update:

Die neue kostet 119,- €, nicht mehr nur 69,-€. Uff.

Aber - die neue braucht keine Batterien mehr, sondern hat einen eingebauten Akku. Man schließt die Tastatur an den Rechner an und lädt sie auf, wenn sie leer ist. Kabel ab und schon ist sie die BT-Tastatur, die man eigentlich auch gekauft hat. Super - keine Akkus kaufen, kein grässliches Auflade-Ding mehr in der Steckdose. Und - über das Kabel kann man auch sein iPhone aufladen.

Die neue Tastatur ist etwas flacher, steckt aber in einem stabilen, kleinen Gehäuse, das sicher auch ein paar Schläge verträgt.

Der Tastenhub ist sogar noch geringer, als bei ihrem Vorgänger, was sehr angenehm ist und ganz nette leise Tapp-Geräusche macht.

Mein Fazit



Gestaltung+Verarbeitung: top
Praktischkeit: super top

1 a Apple-Qualität wie in alten Zeiten.



PS: Icons von Alexander Skowalsky und Andrew Nielson über Noun Project