Das Ende der Welt (2)

13.06.2017

Episode 2:

George W. Bush



Und 2001 dann das:



Dann das

und das



Als George W. Bush in Amerika Präsident wurde, erklärte man mir, dies sei das Ende der Welt. Plötzlich war ein fröhlicher Trottel der mächtigste Mann der Welt und nicht mehr ein hollywoodtauglicher liberaler Lebemann. Allein das war schon eine persönliche Beleidigung der Intelligenz der deutschen "Linken" - in Anführungszeichen, denn damals gab es die Partei ja noch nicht. Wenn man SPD war oder Grün konnte es passieren, dass man als "links" galt.


Eigentlich 'n Brüller, oder?



In der Marienstraße 54 in Hamburg-Harburg führte M. Atta ein integriertes Leben und studierte Stadtplanung an der TU.

Dann flog er nach Amerika und zwar ins Word Trade Center. Das war am 11 September 2001.



Dem Hamburger Staatsschutz war die Terrorzelle um M. Atta zwar aufgefallen, aber man war zurück gepfiffen worden, denn damals machte man sich im Rathaus Sorgen wegen der Nazis™. Dumm gelaufen, könnte man sagen, aber Schwund is ja bekanntlich immer.

Und ausgerechnet die Bauchrednerpuppe dunkelster amerikanischer Reaktionäre war nun Chef vom Westen. Da konnte einem Angst und Bange werden. Vielleicht war es dieses Mal wirklich das Ende der Welt?


Es war furchtbar. Es gab kein anderes Thema mehr als "Bush".

Die Rot-Grüne Regierung tat das Undenkbare und beschloss die gleichen neoliberalen "Reformen" wie zuvor der Unhold Ronald Reagan und natürlich diskutierte man darüber, aber immer kam, gerade wenn es ernst wurde, garantiert einer mit "Bush" und das Thema war tot. Auf der Stelle.

Rot/Grün de-regulierte wie zuvor Reagan und Thatcher alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen war und wenn man als Linker™ leise Zweifel anmeldete, dann - zack - sagte schnell Jemand "Bush". Direkt nach der Wahl senkte Rot/Grün die Steuern für Unternehmen und Reiche und - zack "Bush". Es ging so weit, dass, wenn man fragte, ob man das letzte Stück Schokolade haben könnte, Jemand sofort "Bush" sagte und dann war's das.


"Bush" war wie ein wärmendes Lagerfeuer, um das sich alle scharen und community spüren konnten. Es fehlte nur noch, dass jemand die Klampfe raus holte und "We Shall Overcome" anstimmte. Wenn auf einer Party der Gesprächsstoff ausging, dann musste nur Jemand etwas mit "Bush" sagen und der Abend war gerettet. Wirklich, ich übertreibe nicht.


Bush ging immer.